Blog der Praxis Lichtstrahl - Overath

Partnerschaft, was bedeutet das?

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Das Auge kann sich selbst nicht sehen, dafür braucht es den Umweg der Projektion auf eine Spiegelfläche. Nur so kann man sich selbst erkennen. In derselben Situation sind wir Menschen. Der Mann kann seinen weiblichen Seelenanteil (C. G. Jung nennt ihn Anima) nur über die Projektion auf eine konkrete Frau bewusst machen - das gleiche gilt umgekehrt für die Frau. Wir können uns den Schatten geschichtet vorstellen. Da gibt es sehr tiefe Schichten, die in uns das Grauen auslösen und vor denen wir deshalb große Angst haben - da gibt es Schichten, die nahe an der Oberfläche liegen und auf ihre Bearbeitung und Bewusstwerdung warten. Begegne ich nun einem Menschen, der einen Bereich lebt, der bei mir selbst im oberen Bereich des Schattens liegt, verliebe ich mich in ihn. Das letzte Wort -ihn- kann man sowohl auf den anderen Menschen als auch auf den eigenen Schattenanteil beziehen, denn beides ist letztlich das gleiche.

Das, was wir an einem anderen Menschen lieben oder hassen, liegt letztlich immer in uns selbst. Wir sprechen von Liebe, wenn ein anderer einen Schattenbereich reflektiert, den wir in uns gern bewusst machen möchten, doch wir nennen es Hass, wenn jemand eine sehr tiefe Schicht unseres Schattens reflektiert, dem wir in uns noch gar nicht begegnen wollen. Wir finden das andere Geschlecht attraktiv, weil es uns fehlt. Wir haben oft Angst vor ihm, weil es uns unbewusst ist. Die Begegnung mit einem Partner ist die Begegnung mit dem uns unbewussten Seelenaspekt in uns. Wenn dieser Mechanismus der Spiegelung eigener Schattenbereiche im anderen ganz klar ist, werden wir alle Partnerprobleme im neuen Licht betrachten. Alle Schwierigkeiten, die wir mit unserem Partner haben, sind Schwierigkeiten, die wir mit uns haben.

Unser Verhältnis zu unserem Unbewussten ist immer ambivalent - es reizt uns, und wir haben Angst davor. Genauso ambivalent ist meist unser Bezug zum Partner - wir lieben und hassen ihn, wollen ihn ganz besitzen und am liebsten loswerden, finden ihn wundervoll und entsetzlich. In allen Aktivitäten und allen Reibereien, die eine Partnerschaft ausfüllen, bearbeiten wir immer unseren Schatten. Deswegen finden immer relativ gegensätzliche Menschen zueinander. Gegensätze ziehen sich an - das weiß jeder, und doch wundert man sich immer wieder von neuem, wieso gerade diese beiden zusammengefunden haben, die doch gar nicht zusammenpassen. Sie passen um so besser, je größer die Gegensätze sind, denn jeder lebt den Schatten des anderen, oder - pointiert formuliert - jeder lässt seinen Schatten vom Partner leben. Partnerschaften zwischen zwei recht ähnlichen Menschen wirken zwar ungefährlicher und sind auch bequemer, aber sie bringen für die Entwicklung der Beteiligten meist nicht sehr viel: Es spiegelt sich im anderen nur der eigene, bewusste Bereich - das ist unkompliziert und langweilig. Man findet sich gegenseitig wunderbar und projiziert den gemeinsamen Schatten auf die restliche Umwelt, die man dann gemeinsam meidet. Fruchtbar sind nur die Reibungen in einer Partnerschaft, denn nur dadurch, dass man seinen Schatten am anderen bearbeitet, kommt man sich näher.

Im Idealfall sollten am Ende einer Partnerschaft zwei Menschen stehen, die beide in sich ganz geworden oder wenigstens - wollen wir vom Idealfall absehen - heiler geworden sind, da sie unbewusste Seelenanteile in sich durchlichtet haben und so dem Bewusstsein integrieren konnten. Am Ende steht also nicht das turtelnd sich liebende Paar, von denen der eine ohne den anderen nicht leben kann. Der Hinweis, dass man ohne den anderen nicht leben könne, zeigt lediglich, dass jemand aus lauter Bequemlichkeit (man könnte auch sagen: Feigheit) den anderen dazu benutzt, den eigenen Schatten leben zu lassen, ohne den Versuch zu unternehmen, die Projektion zu bearbeiten und zurückzunehmen. In solchen Fällen (Und das ist die Mehrzahl!) erlaubt auch ein Partner dem anderen nicht, dass er sich weiterentwickelt, weil dadurch die eingefahrene Rollen in Frage gestellt würden.

Eine Partnerschaft hat dann ihr Ziel erreicht, wenn man den anderen nicht mehr braucht. Nur in einem solchen Fall wurde mit dem Versprechen der "ewigen Liebe" ernst gemacht.

Quellennachweis "Krankheit als Weg" von Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke

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"Liebe ist nicht jemanden an sich zu binden, sondern ihm die Freiheit zu geben bleiben zu wollen."

Marita Cardué

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Heilpraktikerin für

Psychotherapie

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Hypnosetherapeutin

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Coach für Stressmanagement, Persönlichkeitsentwicklung,

Selbstfindung

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Reiki-Meisterin & Lehrerin

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